24-05-2019 19:00
Der besondere Film
Filmvortrag von Dr. Katrin Sell, Filmhistorikerin cinephil
 
Mali – ein Land in Aufruhr und der Stolz seiner Bewohner
 
Timbuktu. Einer jener mythischen, sagenumwobenen Orte. Handelswege kreuzten sich hier, Karawanen fanden Unterschlupf, Forschungsreisende suchten lange nach der Stadt. Vor einigen Jahren wurde Timbuktu von Terroristen beherrscht, die das islamische Gesetz einführten, die Scharia.
Vielfältige Interessen stoßen in Timbuktu, der im Norden Malis am Rand der Sahara gelegenen Oasenstadt, aufeinander: Vor allem die Tuareg, ein Nomadenvolk, lieferten sich jahrzehntelang Auseinandersetzungen mit den Kolonialbehörden und anschließend auch mit der nach der Unabhängigkeit Malis installierten Regierung. Erst 1996 war der offene Konflikt beendet worden, und seitdem lebten die verschiedenen Volksgruppen mit ihren unterschiedlichen Traditionen weitgehend friedlich nebeneinander. Erst das Auseinanderbrechen des Nachbarstaates Libyen veränderte die Situation: Durch die kaum unter Kontrolle zu haltende Grenze der beiden Staaten, die durch die Sahara verläuft, gelangten Waffen und Terroristen nach Mali. Jetzt, im Jahr 2019, sind französische als auch deutsche Soldaten in Mali stationiert – eine zweifelhafte Mission für viele.
Mit anschließender Filmvorführung
  
Eintritt: 3 €, Gerhart-Hauptmann-Museum, Telefon 03362 3663