26-10-2018 19:00
Der besondere Film
Filmvortrag mit Dr. Katrin Sell (Filmhistorikerin) cinephil 
 
Wir wollen nur gesunde Menschen – Zur „Euthanasie“ im Dritten Reich
  
Die im Nationalsozialismus praktizierte sogenannte „Euthanasie“ geht auf schon um die Jahrhundertwende entwickelte eugenische Ideen zurück. Diese Vorstellungen wurden durch die 1920 publizierte Schrift Freigabe zur Vernichtung lebensunwerten Lebens konkretisiert. Im Sinne einer "Rassenhygiene“ und einer Höherzüchtung der "arischen Rasse“ korrespondierten diese eugenischen Ideen nicht nur mit den Zielen der nationalsozialistischen Ideologie, sondern das festgelegte Endziel einer „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ wurde begründet.
Die Massenermordungen im Dritten Reich wurden auch als Vernichtung lebensunwerten Lebens und NS-Krankenmorde bekannt. Namensgebend für das in der Nachkriegszeit mittlerweile gebräuchliche Kürzel Aktion T4 war die in einer damaligen Villa in der Tiergartenstraße 4 in Berlin-Mitte untergebrachte Bürozentrale für die Leitung der Ermordung behinderter Menschen im gesamten Deutschen Reich. Sie plante die systematische Ermordung von Erb- und Geisteskranken, Behinderten und sozial oder rassisch Unerwünschten.  Zu den Mordkomplizen und Nutznießern des Massenmords gehörte auch die Wehrmacht. Sie überantwortete kranke Soldaten skrupellos psychiatrischen Mördern.
Am historischen Ort der Tiergartenstraße 4 entstand ein nationaler Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“- Morde.
  
Mit anschließender Filmvorführung
Eintritt: 3 €, im Gerhart-Hauptmann-Museum; Telefon 03362 3663