22-11-2018 19:00
Gerhart-Hauptmann-Tage 2018
Szenische Lesung
Warum eifersüchtig?
Eine Liebe in Briefen.
  
Mit Margrit Straßburger und Rainer Schmitt
  
Der 43-jährige Gerhart Hauptmann ist zum zweiten Mal verheiratet. Als er Ida Orloff - eine 17-jährige Schauspielerin und Kindfrau kennenlernt schreibt er ein Stück für sie "Und Pippa tanzt". In sein Tagebuch notiert er dazu: "Mein Schnee- oder Winter- oder Sturmmärchen hält mich gefangen wie in einem eisernen Schraubstock". Ein zweites Stück wird bald folgen: "Ich schreibe, um sie wiedersehen zu können". Er will loskommen von ihr, aber die minderjährige Ida ist bereits in seinen Träumen: "Ich schlafe ein und sie ist da, erfüllt meinen ganzen Traum … ich wache auf und - Pippa tanzt weiter." Was er erfährt von ihr, ist ihr Vorleben: als 14-jährige sollte sie in die Irrenanstalt, ihre Sünden mit den Kadetten erzählt sie ihm in aller Unschuld, "einer köstlichen Unschuld." "Wenn ich weg ginge, sagt sie, sei sie wieder dem alten Leben verfallen, sie hat nie geliebt nur geschlechtliche Befriedigung gesucht. … mit 13 Jahren hat sie in Hurenhäusern gelegen, ist gebraucht und missbraucht worden auf alle Arten und Weisen . . . und doch soll sie mir sein, was Beatrice dem Dante". Es gab keine Frau, auch nicht seine Frau Grete, die einen solch produktiven Reiz auf den Dichter ausgeübt hat. Doch Gerhart Hauptmann bricht die Beziehung 1906 ab. Sein Tagebuch vermeldet: "unsinniger Krankheitszustand in ihrer Abwesenheit, ...ich hasse alle Augen, die sie sehen".
  
Eintritt: 5 €, Gerhart-Hauptmann-Museum, Tel. 03362 3663