10-10-2018 18:00
47. Forum Chemie Erkner
Thema: Alfred Nobel und das Dynamit
Referent: Prof. Dr. Hans-Peter Welzel, Busendorf
Ort: Heimatmuseum, Museumsscheune

Alfred Nobel gilt als Erfinder des Dynamits und ist Stifter des nach ihm benannten Nobelpreises. Er stammte aus einer schwedischen Industriellenfamilie und befasste sich zusammen mit Vater und Brüdern mit der Realisierung verschiedener technischer Projekte.
Erst 1847 entdeckte der italienische Wissenschaftler Ascanio Sobrero das Glycerintrinitrat – auch Nitroglycerin genannt. Da der Stoff unberechenbar und gefährlich ist, hält Sobrero ihn für nicht praxistauglich. Alfred Nobel beschäftigt sich mit dem neuen Stoff und folgerichtig kommt es auch zu einer Reihe schwerer Unfälle. Auch damals schon gab es daraufhin eine Reihe bürokratischer Hürden, die den Fortgang der Arbeiten behinderten. Alfred Nobel gelang es aber Hindernisse zu überwinden und die Herstellung des Nitroglycerins technisch beherrschbar zu gestalten. Aus dem flüssigen Nitroglycerin konnte in der Folge zunächst das plastische und knetbare „Gur-Dynamit“ und später das „Gelatine-Dynamit“, auch Sprenggelatine genannt, entwickelt werden. Die damit verbundene schwierige sichere Zündung des Dynamits wurde von Nobel durch die Einführung der Sprengkapsel gelöst. Bereits im Jahr 1874 wurden in den
Nobelschen Sprengstoffwerken mehrere tausend Tonnen Dynamit jährlich produziert, deren Anwendung vorwiegend friedlichen Zwecken z.B. im Berg- oder Tunnelbau diente. Natürlich hatte auch das Militär ein Auge auf den neuen Sprengstoff geworfen. In diesem Zusammenhang wurde von Nobel auch das neuartige Treibladungspulver „Ballistit“ entwickelt, das fast ausschließlich kriegerischen Zwecken diente. Nobel fühlt sich besonders in den letzten Lebensjahren mit der europäischen Friedensbewegung verbunden und korrespondiert mit der Pazifistin Berta von Suttner. Kurz vor seinem Tode stiftet er den Hauptteil seines Vermögens, welches in Form der Nobelpreise für Chemie, Physik, Medizin, Literatur und Frieden der Menschheit dienen soll.
 
Die Teilnahme ist kostenfrei
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