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11.03.19 14:00

Kranzniederlegungen am 08. März

 

Am Freitag, 8. März 2019, gedachten während zweier Kranzniederlegungen zahlreiche Erkneraner der Opfer des verheerenden Bombenangriffs vor 75 Jahren. Nach einem gemeinsamen Glockengeläut der Kirchenglocken der evangelischen Genezareth-Kirche und der katholischen St. Bonifatius-Kirche um 14.23 Uhr, begann anschließend das Gedenken am Gräberfeld auf dem Friedhof. Nach Worten der Erinnerung vom Vorsitzenden des Heimatvereins, Hans Hoffmann, verlas Vereinsmitglied Heidi Otto den Zeitzeugenbericht von Christoph Straßberger, Jahrgang 1937. Dieser war mit seiner Ehefrau aus Bonn extra zu den Gedenkfeierlichkeiten angereist, da er durch die Bombardierung Erkners seine Mutter und zwei Geschwister verloren hatte. Carsten Schwarz, evangelischer Pfarrer der Genezareth-Kirche schlug den inhaltlichen Bogen zu den Luftangriffen der deutschen Wehrmacht auf die englische Stadt Coventry und den dort immer freitags stattfindenden Nagelkreuzgebeten. Pfarrer Schwarz sprach mit den anwesenden Gästen das Nagelkreuzgebet „Vater vergib!“. Nach einer Gedenkminute und dem Ablegen der Blumengebinde wechselte ein Großteil der anwesenden Gäste zur Erinnerungsstätte an der Neu Zittauer Straße/Ecke Hohenbinder Weg.
An dieser Stelle übernahm Bürgermeister Henryk Pilz die einleitenden Worte. Er mahnte, allen Versuchen der Geschichtsverfälschung entgegenzutreten.
Gymnasiasten der Jahrgangsstufe 11 des Geschichtsleistungskurses des Carl-Bechstein-Gymnasiums erinnerten mit einem Zeitzeugenbericht von Anny Höhne an das Grauen vom 8. März 1944 in Erkner.  Es folgte u. a. Bertolt Brechts „Bitten der Kinder“ und André Hellers „Vom Schrei nach dem Frieden“. Hansjörg Blattner, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde, warnte vor einer Verrohung der Gesellschaft und einer Polarisierung, bevor es auch an dieser Stelle eine Gedenkminute gab und die Blumengebinde an der Erinnerungsstätte niedergelegt wurden.
  
Foto 1: zeigt in der Bildmitte Christoph Straßberger, der mit seiner Ehefrau (links von ihm) extra aus Bonn angereist war. Er verlor während des Bombenangriffs auf Erkner seine Mutter und zwei Geschwister.
Foto 2: Teilnehmer des Leistungskurses Geschichte, Jahrgangstufe 11, des Carl-Bechstein-Gymnasiums mit Bürgermeister Henryk Pilz an der Erinnerungsstätte.