Sie sind hier: Erkner kompakt > Informationen
11.02.19 13:06

Ein Stück Geschichte vermitteln

 

v.l. Christin Stepputat und Falk Urzynicok

„Es war uns einfach mal ein Bedürfnis über dieses geschichtsträchtige Gelände etwas zu vermitteln“, sprudelt es aus Falk Urzynicok, geschäftsführender Vorstand von Future e. V. Erkner, nur so heraus.  Die Rede ist von der knallroten Informationstafel, die seit jüngster Zeit direkt am Eingang auf dem Jugendklubgelände steht. Wer einen Spaziergang in die Richtung unternimmt, der wird nun viel Wissenswertes auf der Tafel lesen können. Ein kurzer Zwischenstopp lohnt sich.
Das Gebäude des heutigen Jugendklubs schaut auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Am 16. Juli 1920 wurde auf diesem Areal die „öffentliche Gemeindebadeanstalt“ eingeweiht. Das Büro in dem heute Falk Urzynicok seinen Schreibtisch zu stehen hat, war einstmals das Kassenhäuschen.  In dem ehemaligen Strandhaus, gleich nebenan gelegen, entstand bereits schon im Jahre 1971 ein Jugendklub. Damals unter ehrenamtlicher Leitung und mit dem nicht gerade jugendlich-anmutenden Namen „Berthold Brecht.“ Ja, Berthold mit einem „h“ geschrieben.
Mehr soll an dieser Stelle vom Inhalt der Tafel gar nicht verraten werden, denn über den geschichtlichen Werdegang von Badeanstalt, Jugendklub bis hin zum heutigen Betreiber Future e. V. Erkner, dem anerkannten Träger der freien Jugendhilfe,  steht alles auf der Informationstafel. Und diese ist sogar beidseitig zu lesen. „Das war mein Wunsch, dass auch die Jugendlichen, spätestens, wenn sie das Gelände verlassen, noch lesen können“, so Falk Urzynicok. „Mit dieser Tafel möchten wir nicht nur den Spaziergängern, sondern vor allem auch unseren Jugendlichen ein Stück Geschichte vermitteln“, fügt Christin Stepputat, die stellvertretende Geschäftsführerin, hinzu. Angestrebt wird damit auch, dass die Jugendlichen sich mit ihrem Areal identifizieren. Immerhin kommen täglich so um die 50 Nutzer auf das Gelände, das sich an der Straße Zum Freibad 2 befindet. Der harte Kern ist so zwischen zwölf und 18 Jahre alt. Mal ein bisschen jünger, mal auch älter, je nach Veranstaltungsangebot.
Aber die Idee für die Tafel mit dem historischen Überblick, die da wurde ganz woanders geboren. Nämlich vor fast zwei Jahren bei einem Empfang im Rahmen des Heimatfestes. Da trafen die beiden Sozialpädagogen auf den Ortschronisten Frank Retzlaff. Dieser konnte spontan schon so viele interessante historische  Fakten erzählen, dass man sich wenig später im Archiv traf und weiteres Material sammelte. Christin Stepputat kommt heute noch ganz ins Schwärmen, wenn sie von den Fotos erzählt, die die alte Badeanstalt zeigen. Von dem Moment an, wurde aus der Idee ein Projekt, was nun umgesetzt ist.