Spendenaufruf für ein Gerhart-Hauptmann-Denkmal

„Ich habe vier Jahre in Erkner gewohnt, und zwar für mich grundlegende Jahre. Mit der märkischen Landschaft aufs innigste verbunden, schrieb ich dort „Fasching“, „Bahnwärter Thiel“ und mein erstes Drama „Vor Sonnenaufgang“. Die vier Jahre sind sozusagen die vier Ecksteine für mein Werk geworden“ – so schrieb der Dichter, Dramatiker und Nobelpreisträger 1936 in einem Brief an den Erkneraner Bürgermeister Lübkes. Auch später bekannte sich Gerhart Hauptmann ausdrücklich zu Erkner und sprach von der „unvergesslichen Gemeinde“, der er unendlichen Dank schuldig sei.

Es ist daher folgerichtig, dass Hauptmann in Erkner auf vielfältige Weise geehrt wird. Zuallererst muss dabei das Gerhart-Hauptmann-Museum mit seiner hervorragenden Arbeit genannt werden. Seit 2012 trägt Erkner den Namenszusatz „Gerhart-Hauptmann-Stadt“. Jedes Jahr finden im November die „Gerhart-Hauptmann-Tage“ statt. Schließlich ist der jährliche Festumzug anlässlich des Heimatfestes hervorzuheben, bei dem Mitglieder der Kostümgruppe des Heimatvereins Figuren aus Hauptmanns Werk darstellen, so z.B. Mutter Wolffen, Bahnwärter Thiel, Amtsvorsteher von Wehrhahn, aber auch die junge Familie Hauptmann selbst.

Was fehlt? Die Bedeutung Hauptmanns für Erkner sollte sich nunmehr auch durch ein Denkmal am Rande des Kirchvorplatzes im Stadtbild wiederspiegeln. Dieser Vorschlag des Gerhart-Hauptmann-Forums fand in der Stadtverordnetenversammlung eine breite Mehrheit. Für die Gestaltung konnte die renommierte Erkneraner Künstlerin Sabina Grzimek gewonnen werden, die z.B. mit dem Kunstpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Das Denkmal soll ausschließlich durch Spenden und eigene Aktivitäten des Gerhart-Hauptmann-Forums finanziert werden. Wir wenden uns daher an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen aus Erkner mit der Bitte um finanzielle Unterstützung. Ihre Spende wäre ein äußerst wichtiger Baustein für ein  „kulturelles und touristisches Zentrum der Region“. Vor allem aber wäre es doch großartig, wenn die Gerhart-Hauptmann-Stadt Erkner den Dichter zum 160. Geburtstag auch durch ein Denkmal ehren würde!

Dr. Wolfgang de Bruyn, Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft
Hans-Peter Hendriks, Heimatverein Erkner
Lothar Eysser, Gerhart-Hauptmann-Forum

Spendenkonto bei der Sparkasse Erkner an:  Heimatverein Erkner e.V., IBAN: DE60 1705 5050 3604 9444 64, Verwendungszweck: G.H.Denkmal

Für Spendenbescheinigungen benötigt der Heimatverein die vollständige Adresse der Spenderin/des Spenders!


Dank den ersten Spenderinnen und Spendern!

Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft, der Heimatverein Erkner und das Gerhart-Hauptmann-Forum bedanken sich sehr herzlich bei den ersten Spenderinnen und Spendern für das geplante Gerhart-Hauptmann-Denkmal! Wie berichtet, möchten wir dieses Denkmal am Rande des Kirchvorplatzes errichten, damit sich die Bedeutung Hauptmanns für Erkner auch im Stadtbild wiederspiegelt.

Der spätere Nobelpreisträger lebte von 1885 bis 1889 in Erkner und wurde hier endgültig zum Schriftsteller. Folgerichtig soll auch das Denkmal einen Porträtkopf des jungen Künstlers abbilden. Für die Gestaltung konnte die renommierte Erkneraner Bildhauerin Sabina Grzimek gewonnen werden. Mit dem Bronzeguss, dem Sockel, dem Fundament und der Aufstellung sollen Firmen aus unserer Region beauftragt werden.

Für die Realisierung dieser Pläne benötigen wir weitere Spenden, um die wir unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger und Unternehmen heute nochmals bitten!

Lothar Eysser
Gerhart-Hauptmann-Forum

Spendenkonto bei der Sparkasse Erkner an: Heimatverein Erkner e.V., IBAN: DE60 1705 5050 3604 9444 64, Verwendungszweck: G.H.Denkmal


Die Stadt Erkner hat 2013 mit verschiedenen Printmedien, wie den Broschüren "Sehens- und Lebenswertes Erkner", mit dem dazugehörigen Adressenverzeichnis und "Erkner Kultur" begonnen, verstärkt für die kulturelle Seite unserer Stadt zu werben.

Bereits im Gerhart-Hauptmann-Jahr 2012 war die Kultur mehr in den Fokus des Interesses gelangt.

Zu den Aktivitäten im Gerhart-Hauptmann-Jahr 2012 gehörte der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Dezember 2012, dass die Stadt Erkner den Zusatznamen Gerhart-Hauptmann-Stadt tragen soll.
   
Die Gerhart-Hauptmann-Projektgruppe, in der wichtige Erkneraner Vereine und Institutionen sowie alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung vertreten waren, erarbeitete 2013 ein Eckpunkte-Papier zur Dachmarke Gerhart-Hauptmann-Stadt, das von der Stadtverordnetenversammlung zustimmend zur Kenntnis genommen und im Oktober 2018 aktualisiert wurde.
        
Aus der Projektgruppe Gerhart-Hauptmann-Stadt ging das Gerhart-Hauptmann-Forum Erkner hervor, in dem weitere Aktivitäten diskutiert werden.
   
Ansprechpartner:
Frau Dr. Elvira Strauss, E-Mail: Elvira_strauss@web.de
Herr Lothar Eysser, E-Mail: l.eysser@erkner-online.de 


Bilanz der Gerhart-Hauptmann-Tage 2019

Sie sind schon wieder Geschichte: die Gerhart-Hauptmann-Tage 2019. Geboten wurde ein umfangreiches Programm, vom Konzert, ganz unterschiedlichen Lesungen, Sonderführungen im Gerhart-Hauptmann-Museum bis hin zu Ausstellungseröffnungen. „Erfreulich war in diesem Jahr die Beteiligung an den Veranstaltungen und das rege Interesse der Zuschauer und Gäste“, zieht Stefan Rohlfs, der Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums Bilanz.

Mit einem hochwertigen Konzert „Willst du dein Herz mir schenken“ präsentiert vom Duo „arthe musica“ wurden die Gerhart-Hauptmann-Tage am 8. November 2019 in der evangelischen Genezareth-Kirche eröffnet. Über 100 Zuhörer lauschten der romantischen Musik, vorgetragen von Dörthe Haring (Mezzosopran) und Arne Zauber (Orgel, Bandoneon und Akkordeon).

Eine schauspielerische Höchstleistung bot am 10. November 2019 der Mime Bernd Stempel vom Deutschen Theater Berlin mit seinem Ein-Personen-Stück „Das Hexenlied.“ Zwar keine darstellerische Leistung, aber eine wunderbare musikalische Begleitung bot der Pianist Sören Gundermann, der die Autorenlesung „Lebensbogen IV – Lyrik und Jazz“ am 14. November 2019 im Bürgersaal des Rathauses begleitete. Die Mitglieder der Friedrichshagener Verswerkstatt  stellten ihre neuesten Werke vor. Ein ebenso großes Interesse gab es zur Lesung „Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang“ der Schreibwerkstatt Erkner, die sich in ihrem neuesten Werk mit Hauptmann beschäftigten und ihre druckfische Broschüre präsentierten. Auch die Lesung „Grünheide, Grünheide“ mit den Texten von Helga Novak fand erfreulicherweise reges Interesse, so Stefan Rohlfs. „Die Lesung war sehr gut, auch sehr gut besucht. Aber an dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass einige Besucher etwas enttäuscht waren. Was nicht mit der Lesung als solches zu tun hatte, sondern mit den vorgestellten Texten.“

Als Höhepunkt der diesjährigen Gerhart-Hauptmann-Tage bezeichnet Stefan Rohlfs die Romanvorstellung am Sonntag, den  24. November 2019, „Der große Stechlin“ von Theodor Fontane mit Jutta Hoppe (Lesung) und Christiane Klonz (Klavier). Bereits zum vierten Mal gastierte das bewährte Frauenduo  im Museum. Vorgestellt wurde im Fontane-Jahr dessen letzter Roman in stark gekürzter Form, untermalt mit Kompositionen von Schubert, Schumann und Beethoven. „Das Publikum war begeistert“, so Rohlfs.

Die Ausstellungseröffnung „Der Narr in Christo Emanuel Quint“ mit Radierungen des Malers und Grafikers Heinrich Ehmsen war mit 40 Gästen hervorragend besucht. Erstmals wird in Erkner  dieser 1927 entstandene Zyklus als Leihgabe präsentiert und ist noch bis zum Jahresende im Gerhart-Hauptmann-Museum zu sehen. Weniger Interesse fanden  hingegen die beiden Sonderführungen im Museum und die Lesung „Das Drama ist meine Form des Denkens“ mit der Schauspielerin Blanche Kommerell und ihren Studenten der Universität Witten / Herdecke statt. „Diese Veranstaltungen  waren eher dürftig besucht“, schätzt Rohlfs kritisch ein.

Mit der szenischen Lesung „Fasching“, dargeboten von Zehntklässlern  des Wahlpflichtfaches Darstellendes Spiel des Carl-Bechstein-Gymnasiums Erkner und den Sprechern Nikita Garin, Johanna Rath, Raphaela Scherfling und Jörg Schulze, der auch die den Text bearbeitet,  endeten am 26. November 2019 die diesjährigen Hauptmann-Tage.

Mit der Qualität und den Besucherzahlen ist der Hauptorganisator sehr zufrieden. „Mit der Wahl von vier Veranstaltungsorten, dem Gerhart-Hauptmann-Museum, dem Carl-Bechstein-Gymnasium, der evangelischen Genezareth-Kirche und dem Bürgersaal im Rathaus sind wir breit aufgestellt  und das zeigt Wirkung, was wir an den Besucherzahlen spüren.“

Der wegen Krankheit ausgefallene Vortrag „Gerhart Hauptmann und Johann Joachim Winkelmann“ von Dr. Frank Piontek wird am 5. Juni 2020 nachgeholt, schaut Stefan Rohlfs schon in die Zukunft. Der Termin für die Gerhart-Hauptmann-Tage 2020 steht bereits fest und auch für die Eröffnungsveranstaltung gibt es bereits konkrete Vorstellungen. Der enorme Zeitvorlauf ist nötig, um gute Künstler rechtzeitig binden zu können. Ein Projekt ist bereits in Arbeit: Im kommenden Jahr wird im Rahmen  der Reihe „Der große Romans“ Erich Maria Remaqures (1898 bis 1970) berühmtes Werk aus dem Jahre 1956  „Der schwarze Obelisk“ vorgestellt, verrät Rohlfs.

Die Gerhart-Hauptmann-Tage stehen alljährlich unter der Führung des Gerhart-Hauptmann-Museums und des Gerhart-Hauptmann-Forums. 


Anmerkungen zu den Gerhart-Hauptmann-Tagen 2019

Das vielfältige Programm der diesjährigen Gerhart-Hauptmann-Tage macht es nicht leicht, einzelne „Höhepunkte“ hervorzuheben – waren doch alle Darbietungen höchst sehens- bzw. hörenswert.

Mir persönlich hat die Lesung „Das Drama ist meine Form des Denkens“ besonders gefallen. Szenen aus dem Drama „Einsame Menschen“ sowie Gedichte und Briefe wurden gesprochen von Blanche Kommerell und Mitgliedern des Theaters der Universität Witten/Herdecke. Blanche Kommerell hat sicher eine besondere Beziehung zum Werk Gerhart Hauptmanns, kennt man sie doch aus der DEFA-Verfilmung „Bahnwärter Thiel“.

Ein weiterer Höhepunkt war für mich das Literarische Programm „Fasching“ von Gerhart Hauptmann. Lehrer Jörg Schulze hatte die Absicht, „vor allem die Kraft des Texts wirken zu lassen“. Das ist ihm zusammen mit Schülern des Carl-Bechstein-Gymnasiums auch gelungen. Dazu hatten Schüler des Wahlpflicht-Kurses Darstellendes Spiel Stufe 10 Spielszenen erarbeitet. Eine Mitwirkung des CBG an den Gerhart-Hauptmann-Tagen sollte sich m.E. zu einer Tradition entwickeln.

Zu meiner Freude war auch Helga M. Novak vertreten, die ja ihre Kindheit und auch ihre letzten Lebensjahre in Erkner verbrachte. Ines Burdow, die sich schon längere Zeit mit Helga M. Novak beschäftigt, trug sehr eindrucksvoll  vor allem aus dem Gedichtsband „Grünheide Grünheide“ Texte vor, die unter die Haut  gingen. Immer wieder Novaks Thema:  Schreiben MÜSSEN als Identitätssuche.

Der Pianist Sören Gundermann bereicherte die Autorenlesung Lebensbogen IV am Bechstein-Flügel. Erstklassig! Die von den „Poeten am Müggelsee“ sowie Autoren des Freien Deutschen Autorenverbandes vorgetragenen Werke stimmten vor allem nachdenklich, waren zum Teil aber auch sehr humorvoll.

Musikalischer Höhepunkt war erwartungsgemäß das Eröffnungskonzert in der Genezareth-Kirche. Die Mezzosopranistin Dörthe Haring begeisterte mit ihrer kraftvollen Stimme, und noch nie zuvor hatte ich das von Arne Zauber gespielte Akkordeon als Solo-Instument so intensiv wahrgenommen.

Sehr gefreut hat mich die positive Berichterstattung in den Medien. So konnte man in der Berliner Zeitung vom 16./17.11.2019 als große Überschrift lesen: „Ein Nobelpreis für Erkner – Wie die Stadt im Südosten von Berlin den Dichter Gerhart Hauptmann ehrt“. So isses – und das soll auch so bleiben!

Lothar Eysser

Gerhart-Hauptmann-Forum

29.11.2019