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16.12.2021 18:02 Alter: 163 days

Schulgesundheitsfachkraft


Sie hat am 03. Januar 2022 ihren ersten Schultag in der Löcknitz-Grundschule Erkner, die Schulgesundheitsfachkraft Jeanette Dießner. Foto: privat

Am Montag, den 03. Januar 2022, beginnt für die Schülerinnen und Schüler der Löcknitz-Grundschule Erkner der erste Schultag im neuen Jahr. Für Jeanette Dießner beginnt an diesem Tag ein neues Arbeitsverhältnis in dieser Einrichtung. Sie ist die Schulgesundheitsfachkraft, die dann ihre Tätigkeit aufnehmen wird.

Schulgesundheitsfachkraft - dies ist doch landesweit ein Auslaufmodell, wird sich so mancher beim Lesen dieser Zeilen jetzt erinnern. Das Land Brandenburg zog sich finanziell aus dem bis dahin erfolgreichen Pilotprojekt an 17 Schulen komplett heraus. Für die Stadt Erkner war dies keine Option, auf Wunsch der Elternschaft der Löcknitz-Grundschule und mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hat Erkner als erste Kommune in Brandenburg so eine zusätzliche Stelle nun sogar erst geschaffen. Bernau und Brandenburg an der Havel ziehen nach und werden ihre Schulgesundheitsfachkraft-Stellen auch selbst finanzieren und auf die bisherigen guten Erfahrungen aufbauen.  

Schulgesundheitsfachkraft - na, da wird wohl jemand nur Pflaster kleben, Tränen trocknen und den Rettungsdienst informieren - das stimmt so nicht. Dies macht Jeanette Dießner deutlich. "Ja, es gehört auch dazu, aber eben auch vielmehr. Ich möchte vielmehr Anregungen für eine gesunde Lebensweise geben, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen." Bisherige Erfahrungen in dem neu entstandenen Beruf konnte sie an einer Bernauer Einrichtung sammeln. Nun freut sie sich, möglichst viele der 550 Löcknitz-Grundschülerinnen und -Schüler sowie das Kollegium kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Jeanette Dießner ist an die Schweigepflicht gebunden, so dass sich die Kinder mit allen Anliegen an sie wenden können. Eng zusammenarbeiten wird sie dabei nicht nur mit dem Kollegium, dem Schulleiter Sebastian Witt, mit der Schulsozialarbeiterin, sondern auch mit den Kinderärzten der Umgebung, dem Familienbündnis Erkner, dem Sozialpsychiatrischer Dienst und der Stadtverwaltung. Zum Thema Schweigepflicht muss an dieser Stelle korrekterweise aber erwähnt werden, dass es da zwei große Ausnahmen gibt: wenn ein Kind Suizid-Gedanken äußert oder es um den Verdacht von Mißbrauch in jeglicher Form geht.

Eigentlich wollte Jeanette Dießner mal Hebamme werden. Das hat zwar einstmals nicht geklappt, dafür nahm sie ein Fachschulstudium in Eisenhüttenstadt auf und wurde Kinderkrankenschwester. Mit dieser profunden Ausbildung hat sie u. a. im Rüdersdorfer Krankenhaus auf der Station für Gynäkologie/Geburtenhilfe gearbeitet. Sie selbst ist in Erkner zur Schule gegangenen und lebt in der näheren Region. Von daher ist der berufliche Wechsel jetzt für sie nach Erkner auf alle Fälle eine  Verkürzung ihres Arbeitsweges.

Der neuen Schulgesundheitsfachkraft in Erkner macht die direkte Zusammenarbeit mit ihren kleinen Patienten Spaß. "Die Kinder sollen mit einbezogen werden, denn ich habe gar kein starres Lehrprogramm, sondern reagiere auf die Bedürfnisse, Anregungen und Hinweise der Schulkinder." Dazu wird eventuell auch ein kleiner Briefkasten, eine Art Kummerkasten, vor ihrer Bürotür nützlich sein. Und bisher hat sie mit ihren Anregungen zur gesunden Lebensweise (zu der bekanntlich auch die richtige Ernährung gehört) schon den Kunst- und Chemieunterricht oder speziell zum Thema Hygiene auch den Wirtschaftskurs an ihrer bisherigen Wirkungsstätte bereichert.

Ihr berufliches Motto ist es: "Nur gesunde Kinder können gut lernen. Dabei gibt Jeanette Dießner bei ihrer Arbeit aber nicht etwa Tabletten aus, sondern setzt auf sanfte Hilfen, wie verschiedene Kräutertees oder physikalische Hilfen durch Wickel, Wärme, Kälte usw.

Am Abend vor ihrem beruflichen Neustart in Erkner wird sie ganz aufgeregt sein, da ist sich Jeanette Dießner sicher. "Es wird in Erkner spannend werden und ich lasse mich gern ein, auf dieses Abenteuer! Es fühlt sich irgendwie an, wie vor dem ersten Schultag.“