Aktuelle Meldungen aus dem Energiebereich und Informationen zur Energiepreisentwicklung

Aktuelles

  • Bericht zum Energieverbrauch 2020
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude 2021
  • Stromkosten senken mit variablen Tarifen
  • Leitfaden für Bauherren
  • Ladeinfrastruktur für E-Autos
  • Über 700 km Reichweite mit Solarauto
  • Günstige Stromtarife für Wärmepumpenheizung
  • 43 Prozent des Stromverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt
  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Bericht zum Energieverbrauch 2020

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2020 um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Dies schreibt die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) in ihrem Jahresbericht.  Hauptverantwortlich für den Rückgang des Energieverbrauchs auf ein historisches Tief waren die Auswirkungen der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in Form rückläufiger Industrieproduktion, verminderter Verkehrsleistungen und veränderter Konsumgewohnheiten.

Außerdem sorgen der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie, der einsetzende Kohleausstieg sowie die fortgesetzte Förderung der erneuerbaren Energien für Veränderungen. Infolge des rückläufigen Verbrauchs sowie weiterer Verschiebungen im Energiemix zugunsten der Erneuerbaren und des Erdgases rechnet die AG Energiebilanzen mit einem Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von rund 63 Mio.t. Das entspricht einer Minderung gegenüber dem Vorjahr um 9,6 Prozent.

Der Verbrauch von Mineralöl sank um insgesamt 11,9 Prozent, der Verbrauch von Flugkraftstoffen brach sogar um mehr als 50 Prozent ein. Der Verbrauch von Braunkohle verminderte sich 2020 um 17,8 Prozent.

Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch 2020 um insgesamt 3 Prozent. Witterungsbedingt erhöhte sich die Stromeinspeisung von Wind- und PV-Anlagen. Der Beitrag der Windkraft stieg um 4 Prozent. Die Solarenergie verzeichnete ein Plus von 8 Prozent, Biomasse von mehr als 2 Prozent. Dagegen lieferten die Wasserkraftwerke (ohne Pumpspeicher) 6 Prozent weniger Strom als im Vorjahr.

Bei der Kernenergie kam es 2020 infolge der planmäßigen Abschaltung des Kraftwerks Philippsburg zum Jahresende 2019 zu einem Rückgang der Stromproduktion um 14,2 Prozent.

Biomasse, Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und der biogene Anteil des Abfalls deckten insgesamt 16,6 Prozent des gesamten inländischen Energieverbrauchs. Wichtigster Energieträger blieb das Mineralöl mit einem Anteil von 33,7 Prozent, gefolgt vom Erdgas mit 26,6 Prozent. Auf die Steinkohle entfiel ein Anteil von 7,7 Prozent und auf die Braunkohle 8,1 Prozent. Der Beitrag der Kernenergie lag bei 6,0 Prozent.

Quelle: https://ag-energiebilanzen.de/ Pressedienst Nr.1, 2021 (7.April)

 

Bundesförderung für effiziente Gebäude 2021

Die bisher bestehenden Förderprogramme von KfW und BAFA wurden bis zum Juli des Jahres 2021 aufgelöst. Sie wurden in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) neu strukturiert und zusammengefasst. Außerdem sind die Förderbeträge für besonders nachhaltige oder energieeffiziente Gebäude bzw. Technologien  gestiegen. Ziel der Neustrukturierung ist es, die Förderung für Sanierungen - z.B. die Antragsverfahren - einfacher zu gestalten.

Es gibt nun drei Förderprogramme: die Vollsanierung und den Neubau von Wohngebäuden (BEG WG), von Nichtwohngebäuden (BEG NWG) sowie Einzelmaßnahmen an Wohngebäuden (BEG EM).

Bis zu 21.000 Euro kann man als Zuschuss-Förderung des BAFA für die energetische Sanierung mit Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel einer Wärmepumpen- oder Holzheizung erhalten. Seit dem 01.07.2021 steht auch eine erhöhte Förderung für Sanierungen und Neubauten nach Effizienzhaus-Standard zur Verfügung. Für eine Sanierung zum Effizienzhaus sind jetzt bis zu 75.000 Euro Förderung erhältlich.

Auch die Bezuschussung von Energieberatung (Fachplanung und Baubegleitung) wurde erhöht. Dabei liegt die Förderung für Wohngebäude bei 50 Prozent der förderfähigen Kosten von 10.000 Euro, also bei maximal 5.000 Euro.

Quelle: https://www.energieheld.de/foerderung/2021-beg, 21.06.2021
Weitere Informationen unter dem Link: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick

 

Stromkosten senken mit variablen Tarifen

An der Strombörse sind die Preise so hoch wie lange nicht mehr. Eine Kilowattstunde (kWh) kostet in diesem Jahr im Vergleich zur ersten Hälfte 2020 mehr als doppelt so viel. Derzeit erhalten die Stromerzeuger an der Börse 5,5 Cent pro kWh, 2020 waren es 2,3 Cent. Dadurch sind die Preise für Neukundentarife im Juli 2021 bereits sprunghaft angestiegen: Rund 50 Euro mehr kosten 3.000 kWh Jahresverbrauch im Vergleich zum Juni in einem empfehlenswerten Tarif ohne Bonus.

So senken Sie Ihre Kosten trotzdem: Sowohl ein intelligenter Stromzähler als auch ein einfacher digitaler Zähler öffnen den Zugang zu variablen Tarifen. In diesen ist der Strompreis nicht fix, sondern verändert sich über den Tag – genauso wie die Börsenstrompreise. Für den Stromverbrauch in Stunden mit niedrigen Preisen zahlt man weniger. Lassen Sie in der Nacht etwa Spül- und Waschmaschine laufen, sparen Sie jedes Mal ein paar Cent. Bei einem Elektroauto kommen bei jeder Ladung ein paar Euro zusammen.

Läuft die 16-jährige Eichfrist des analogen Zählers ab, ersetzt ihn der Netzbetreiber durch einen digitalen. Wann das Gerät geeicht wurde, ist aufgedruckt. Ansonsten baut Ihnen ein Unternehmen Ihrer Wahl einen intelligenten Stromzähler ein, auch wenn die Wohnung nur gemietet ist. Über das noch bis Ende 2021 laufende Programm „Einsparzähler“ fördert der Staat sogar den Einbau. Die damit verbundenen Ausgaben werden durch geringere Stromkosten schnell gedeckt.

Denn ein intelligenter Zähler hilft auch dabei, Stromfresser zu erkennen und so den eigenen Verbrauch zu senken. Doch auch ohne schlauen Zähler kann man immer Strom sparen: etwa indem mit Deckel gekocht oder unbenutzte Geräte aus der Steckdose gezogen werden.

Quelle: https://www.finanztip.de/blog/nl_2021kw27/#teaser1, 14.07.2021

Link zum Ratgeber: https://www.finanztip.de/stromtarife/variable-stromtarife/

 

Leitfaden für Bauherren

Die Bauherrenmappe der SAENA (Sächsische Energieagentur GmbH) ist ein Leitfaden rund um die Themen energieeffizientes Bauen und Sanieren von Wohngebäuden und unterstützt Bauherren vom Beginn der Planung bis zur Endabnahme. Der praktische Leitfaden ist als Ringordner und auch online verfügbar.

Die Bauherrenmappe informiert Bauherren oder die die es werden wollen unter anderem über

  • rechtliche Rahmenbedingungen
  • Planungsgrundlagen
  • Gebäudetechnik
  • aktuelle Anforderungen aus Gesetzen

Der Leitfaden enthält zum Beispiel auch Checklisten zur Grundstückswahl und zur Gebäudetechnik.

Link zur Bauherrenmappe: http://www.digitale-bauherrenmappe.de/

Link zur Checkliste: http://www.digitale-bauherrenmappe.de/checklisten/checklisten.html?firstSub=1

 

Ladeinfrastruktur für E-Autos

Nach einer Erhebung aus dem BDEW-Ladesäulenregister von Februar 2021 gibt es in Deutschland fast 40.000 öffentliche Ladepunkte, jede siebente davon ist ein Schnelllader. Damit sind innerhalb von drei Monaten rund 3.800 neue Ladepunkte hinzugekommen. Das ist ein Zuwachs um gute 10 Prozent.

Begünstigt durch Kaufprämien und die CO2-Flottengrenzen steigt die Zahl der neuzugelassenen E-Autos auf den Straßen. Die durchschnittlichen Emissionen aller neu zugelassenen Fahrzeuge eines Herstellers dürfen einen gesetzlich fixierten CO2-Grenzwert pro gefahrenem Kilometer nicht überschreiten.

Im Land Brandenburg gab es im Februar 2021 insgesamt 673 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektro-PKW. Deren durchschnittliche Auslastung liegt jedoch (bundesweit) bei nur einem Ladevorgang alle fünf Tage für Normalladesäulen und zwei Tagen für Schnellladepunkte.

Beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur ist aber ebenfalls ein deutlicher Anstieg zu beobachten: Der Fördertopf der KfW-Bank wurden seit Beginn des Förderprogramms für private Wallboxen Ende November 2020 von ursprünglich 200 Millionen auf 400 Millionen Euro aufgestockt. Damit werden in den nächsten Monaten mehrere Hunderttausend zusätzliche private Ladepunkte in Deutschland entstehen. Schließlich finden 9 von 10 Ladevorgängen bisher zu Hause oder am Arbeitsplatz statt.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, 21.06.2021
Link: www.bdew.de/presse/pressemappen/die-mobilitaet-der-zukunft/

 

Über 700 km Reichweite mit Solarauto

Seit Jahren tüfteln Hersteller an Elektro-Fahrzeugen, um mit Fotovoltaik auf dem Dach die Akku-Reichweite zu steigern.

Bei einer Fahrt auf der Testrecke im deutschen Aldenhoven fuhr die Limousine „One Solar“ des niederländischen Herstellers Lightyear 710 Kilometer mit nur einer Akkuladung. Diese Reichweite schaffte das Auto mit einer Geschwindigkeit von 85 km/h und einem vergleichsweise kleinen Akku von 60 kWh. 5 Quadratmeter an Solarpaneelen bilden Dach und Heck der Limousine. Zum Vergleich: Teslas Model Y kommt mit seinem größeren Akku (75 kWh) nur 505 Kilometer weit. Das ab dem kommenden Jahr in Kleinserie produzierte „One Solar“ hat mit knapp 150.000 Euro allerdings seinen Preis.

Mühselig verläuft die Entwicklung eines deutschen Projekts, das seine Vision von einem leistbaren Solarauto seit 2016 verwirklichen will. Die Rede ist vom Elektroauto „Sion“ des Münchener Start-ups Sono Motors. Anders als die Luxus-Limousine von Lightyear soll das Sion gerade einmal 25.500 Euro kosten. Als Reichweite gibt das Start-up bis zu 305 Kilometer pro Akkuladung an – die Batterie fasst 54 kWh. Die 248 verbauten Solarzellen sollen im Schnitt für Gratisstrom von 16 bis 35 Kilometer pro Tag sorgen. Die Produktion wird für 2023 angepeilt. Der Prototyp kann im Sommer zuvor schon in deutschen Städten Probe gefahren werden.

Dass das Thema auch für andere etablierte Hersteller interessant ist, zeigt der koreanische Hersteller Hyundai. Sein im Februar vorgestelltes Elektroauto „Inoiq 5“ kann optional mit einem kleinen Solardach bestellt werden.  Dieses soll etwa 2.000 Kilometer zusätzliche Reichweite pro Jahr garantieren. Laut Berechnungen amortisiert sich die Investition von 1.300 Euro aber erst nach zehn Jahren – die Herstellung ist in der Ökobilanz zudem nicht berücksichtigt.

Quelle: https://futurezone.at/produkte/solar-elektro-auto-reichweite-akku-batterie-lightyear-one-solar-sion-sono-motors/401439166?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE,  10.07.2021

 

Günstige Stromtarife für Wärmepumpenheizung

Grundsätzlich müssen Wärmepumpen beim Netzbetreiber weder genehmigt noch angemeldet werden. Eine Kontaktaufnahme ist aber sinnvoll, wenn Verbraucher vergünstigten Heizstrom beziehen möchten.

Wärmepumpen sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Das bedeutet, dass der Netzbetreiber sie zu bestimmten Zeiten abschalten kann, um das Netz zu entlasten. Aus diesem Grund sind Netzentgelte und Konzessionsabgaben geringer als beim Haushaltsstrom.

Um spezielle Heizstromtarife zu nutzen, benötigen Haushalte mit Wärmepumpe einen zweiten Stromzähler sowie ein Steuerungsgerät. Die Kosten dafür müssen Verbraucher selbst tragen.

Ist die benötigte Strommenge gering, etwa weil zusätzlich eigener Solarstrom produziert wird, kann es günstiger sein, den Strom der Wärmepumpe gemeinsam mit dem Haushaltsstrom über den normalen Stromzähler abzurechnen. Der Arbeitspreis ist dann zwar höher aber der Grundpreis für den zusätzlichen Zähler entfällt.

Link: https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/guenstige-stromtarife-fuer-ihre-waermepumpenheizung-finden-13750

Checkliste Wärmepumpenstrom.pdf, 02.06.2021

 

43 Prozent des Stromverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt

Nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) wurde der Stromverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr des laufenden Jahres zu 43 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit rund 50 Prozent Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch, liegt der Anteil im ersten Halbjahr 2021 etwas niedriger. Grund hierfür ist einerseits der erste Corona-Lockdown im Frühjahr 2020. Da die Erneuerbaren-Quote als Anteil am Stromverbrauch ausgewiesen wird, führt ein geringerer Verbrauch allein schon zu einem Anstieg des prozentualen Wertes. Andererseits trug ebenfalls das Wetter dazu bei: So konnten im Vorjahreszeitraum Rekorde bei der Stromerzeugung aus Solar- sowie Windenergie an Land erreicht werden. Demgegenüber war das erste Quartal 2021 ungewöhnlich arm an Sonnenstunden und windstill, was zu einem Rückgang der Windenergie (an Land und auf See) von rund 20 Prozent führte.

Quelle: https://www.berliner-impulse.de/meldungen/1000-43-prozent-des-stromverbrauchs-durch-erneuerbare-energien-gedeckt, 13.07.2021

 

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Seit dem 1. November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es führte die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zu einem Gesetz zusammen. Hierdurch wurden die Regeln zur Energieeffizienz von Gebäuden und zur Nutzung von erneuerbaren Energien besser aufeinander abgestimmt. Das GEG legt energetische Anforderungen an beheizte oder klimatisierte Gebäude fest, sowohl für Neubauten als auch für die Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden.

 

Wichtiges in Kürze:

  • Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist festgelegt, welche energetischen Anforderungen beheizte und klimatisierte Gebäude erfüllen müssen.
  • Das Gesetz enthält Vorgaben zur Heizungs- und Klimatechnik sowie zum Wärmedämmstandard und Hitzeschutz von Gebäuden.
  • Die energetischen Mindestanforderungen an die Gebäudehülle von Neubauten sind etwas geringer als in der zuvor geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV).
  • Eigentümer von Bestandsgebäuden müssen bestimmte Nachrüst- und Austauschpflichten erfüllen. Dies betrifft insbesondere Heizöl- und Kohleheizungen.
  • Beim Neubau gibt das GEG bestimmte Anteile an regenerativen Energien vor, die das Gebäude zum Heizen oder auch Kühlen verwenden muss. Die Energie kann aus Photovoltaik-, Solarwärme- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen - aber auch erneuerbare Fern- und Abwärme erfüllen diese Anforderung.
  • Es kann nun ein größerer Anteil von Strom aus der eigenen Produktion, zum Beispiel aus der eigenen Photovoltaik-Anlage, angerechnet werden.
  • Im Falle einer Sanierung oder eines Hauskaufs besteht die Pflicht, eine kostenlose Energieberatung in Anspruch zu nehmen

Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, 11.12.2020

Link: https://www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de/wissen/energie/energetische-sanierung/geg-was-steht-im-neuen-gebaeudeenergiegesetz-13886

nd Ratgeber, 02.12.2020

Link: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1145196.neues-gesetz-gilt-seit-november.html?sstr=Geb%C3%A4udeenergiegesetz

Der ASUE e.V. bietet mit einer Broschüre eine Gesamtschau der wichtigsten Änderungen und Neuerungen. Z.B. wird die bessere Anrechenbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien im Gebäudebereich anhand praxisnaher Beispiele demonstriert.

Download der Broschüre: https://asue.de/sites/default/files/asue/themen/gesetze_verordnungen/2021/ASUE_Das_Gebauedeenergiegesetz_2021-06.pdf

Preistrends / Preisstatistiken

Grundsätzlich kann jeder Kunde seinen Energielieferer frei wählen. Insofern gelten für Erkner (und jeden anderen Ort) die vom jeweils ausgewählten Lieferer angebotenen Preise. Die folgende Grafik gibt eine Orientierung über die Preisrelationen in Erkner bei Wahl preisgünstiger Anbieter:

Trends der Entwicklung der Energiepreise

Die folgende Grafik illustriert die deutschlandweite Energiepreisentwicklung der letzten Jahre für die Endverbraucher:

Strom:

Nach dem Preisanstieg im 1.Quartal 2020 sind die Strompreise für Verbraucher zum Jahreswechsel 2020/2021 wieder dezent gesunken, liegen aber weiterhin über dem Niveau von 2019. Positiv beeinflusst wird das Preisniveau durch die sinkende EEG-Umlage. Wenn Stromerzeugungs-Anlagen aus der Förderung gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen, verringert dies die Umlage auf den Strompreis für Endverbraucher. In manchen Regionen stiegen dafür die Entgelte für den Stromtransport. Die Positionen Umlagen und Netzgebühren machen etwa die Hälfte des gesamten Strompreises aus.

 

Erdgas:

Die Grenzübergangspreise (Importpreise) für Erdgas unterliegen weiterhin extremen Schwankungen. Im Juli 2020 sanken sie auf den tiefsten Wert der letzten 20 Jahre. Seitdem sind die Importpreise wieder stark angestiegen und lagen im Mai 2021 über dem Niveau von 2019.

Die starken Schwankungen haben sich auf den Gaspreis beim Endkunden allerdings nicht ausgewirkt. Die Preise für Haushalte sind seit Anfang 2019 relativ kontinuierlich leicht angestiegen. Zum Jahresbeginn 2021 wirkte sich insbesondere der neu eingeführte CO2-Preis mit 0,6 Cent pro Kilowattstunde Erdgas verteuernd aus. Dies hängt jedoch auch davon ab, ob Energieversorger die Kosten voll an ihre Kunden weitergeben.

Heizöl:

Wie die Grafik am Beispiel des Standortes Berlin zeigt, ist beim Heizöl in der ersten Jahreshälfte 2020 ein rapider Preisverfall eingetreten. Der tiefste Wert lag mit 33,10 Euro pro Hektoliter im September. Ab Oktober 2020 sind die Preise wieder kräftig gestiegen und lagen im Mai 2021 auf dem Durchschnittsniveau des Jahres 2019. Internationale Krisen und Spekulation beeinflussen die Preisentwicklung stark. Die CO2-Abgabe schlägt sich 2021 – bei Weitergabe der Versorger an die Kunden - mit 7,9 Ct pro Liter bzw. 7,90 Euro pro Hektoliter auf den Heizölpreis nieder.

Fernwärme:

Die Fernwärmepreise unterliegen nur geringen Änderungen und blieben auch 2020 relativ stabil. Ihre Entwicklung folgt im Allgemeinen dem Trend der Erdgaspreise, weil Erdgas weiterhin der bestimmende Energieträger für die Wärmeversorgung ist. Jedoch sind die Fernwärmepreise - anderes als bei Erdgas - trotz CO2-Abgabe zu Beginn des Jahres 2021 etwas gesunken.

 

Quellen: Statistisches Bundesamt, Mineralölwirtschaftsverband, C.A.R.M.E.N. e. V., www.energieverbraucher.de (Flüssiggas), www.gas24.de (Erdgas als Kraftstoff), BAFA (Grenzübergangspreise Erdgas), www.verivox.de, eigene Recherchen