Die DEFA und der etwas andere Arztfilm
Filme, die über das Leben von Ärzten und Krankenschwestern erzählen, sind ein beliebtes Genre, bis heute. Zumeist im seichten Unterhaltungsbereich angesiedelt, geht ihnen der Ruf voraus, eher Beziehungsdramen unter den Krankenhausmitarbeitern zu schildern als den harten Alltag in der Klinik. Umso bemerkenswerter ist es, dass die DEFA sich in Form des Alltagsfilms an dieses Genre wagte. Zwischen den 60er und 70er Jahren wollten junge DEFA-Regisseure wie Lothar Warneke oder Frank Vogel Filme drehen, die genau beobachten. Filme über eine Gesellschaft "von unten" nicht über die "Königsebene". Warneke suchte sich das Krankenhaus als Handlungsort für seine Geschichte aus. So sagt er über seinen Film Dr. med. Sommer II. "Wir wollten einen Film machen, der nicht nur unterhält, sondern für das Denken in den Krankenhäusern vielleicht hilfreich sein könnte."
Filmvorführung: Dr. med. Sommer II (DDR 1970)
Regie: Lothar Warneke
Darsteller: Werner Titze, Juliane Korèn, Martin Flörchinger u.a.

