33. Heimatfest
Das 32. Heimatfest in Erkner ist Geschichte. Die Stadtverwaltung beschäftigt sich in diesen Tagen in verschiedenen Konstellationen mit der Auswertung der dreitägigen Feierlichkeit und richtet den Blick bereits auf das kommende Jahr. Ein Fazit vorneweg: die Neuerungen wurden gut angenommen und es wurde an allen Festorten begeistert mitgetanzt, mitgesungen und mitgefeiert.
Heimatfest 2026
Vom 29. Mai 2026 bis zum 31. Mai 2026 beging Erkner zum 32. Mal sein Heimatfest. Besonders positiv aufgenommen wurden die Neuerungen im Ablauf, die in diesem Jahr erstmals umgesetzt wurden. Die offizielle Eröffnung erfolgte diesmal nicht am Freitag. Stattdessen luden nach einer kurzen Begrüßung am Nachmittag verschiedene musikalische Angebote ein, bevor die Partyband "Right Now" am Abend zum Tanzen und Feiern aufspielte. Die traditionelle Anlandung von Fischer Hans nebst Familie und unter Beisein von vielen historischen Figuren und Schaulustigen erfolgte am Samstag bereits um 11:30 Uhr. Nach einem kleinen Festumzug durch den Rathauspark eröffneten Bürgermeister Henryk Pilz und Erik Nickel, 1. Stellvertreter des Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, das Heimatfest und schnitten gemeinsam die Festtorte an. Passend zum diesjährigen thematischen Schwerpunkt rund um Klavierbauer Carl Bechstein präsentierte die Bäckerei & Konditorei Vetter GmbH einen weißen Flügel als Festtorte, begleitet von Kaffee der Erkneraner Rösterei DeKaffee.
Der erstmals verlegte Tanzboden vor der Bühne wurde durchgehend genutzt – sowohl beim Tanztee mit dem Salonorchester Berlin als auch bei den Tanzaktionen unter Anleitung von Conny Fritsche, die gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren in historischen Kostümen unter anderem die Quadrille aus der "Fledermaus" präsentierte. Auch die jüngsten Gäste nutzten den Tanzboden begeistert während des Kinderprogramms von Clown Lulu. Die Vorstellungen der "Tränklers Puppenbühne" erfreuten sich so großer Nachfrage, dass spontan eine zusätzliche Aufführung ins Programm aufgenommen wurde.
Großen Zuspruch fanden erneut die Ausstellung und Preisverleihung des Mal- und Zeichenwettbewerbs, die Historische Kaffeetafel der Kostümgruppe des Heimatvereins sowie die Dampferfahrten mit Stadthistoriker Frank Retzlaff. Neu im Programm waren Fahrten mit dem Rettungsboot der Freiwilligen Feuerwehr Erkner auf dem Flakenfließ, die ebenfalls stark nachgefragt wurden. Auf der Bühne zeigten unter anderem die Ballettschule "Balancé", das Kinder- und Jugendtanzensemble Neuenhagen, die Cheerleader der Erkner Razorbacks sowie die Garden der Erkneraner Woltersdorfer KarnevalGemeinschaft ihr Können. Auch Schülerbands und Kindergartengruppen bereicherten das Heimatprogramm und wurden mit viel Applaus belohnt.
Abseits des Rathausparks öffneten verschiedene Vereine und Einrichtungen ihre Türen, darunter der Anglerverein "Neuseeland–Erkner", die ChemieFreunde Erkner im Kunststoff- und Chemiekabinett sowie die Kirchen der Stadt. Das Heimatfest zeigte damit erneut die große Vielfalt des lokalen Engagements und die Verbundenheit der Erkneranerinnen und Erkneraner mit ihrer Stadt.
Carl Bechstein (1826 - 1900) – Ein Klavierbauer von Weltrang
Carl Bechstein wurde am 1. Juni 1826 in Gotha geboren. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für den Klavierbau: Ab 1840 absolvierte er eine Lehre in Erfurt. Es folgten Wanderjahre, die ihn nach Dresden, Berlin, London und Paris führten – Stationen, an denen er sein handwerkliches Können perfektionierte. 1853 gründete er in Berlin seine eigene Firma, die „C. Bechstein Fortepiano-Fabrik“ in der Behrenstraße. Bei Konzerten der Pianisten Hans von Bülow und Franz Liszt begeisterten seine robusten Flügel Publikum und Künstler. Die Nachfrage stieg rasant. In neuen Fabrikationsanlagen nahe dem heutigen Friedrichstadtpalast fertigten 130 Mitarbeitende rund 400 Instrumente pro Jahr. Bechstein wurde Hoflieferant zahlreicher europäischer Herrscherhäuser. Später entstand eine zweite Fabrik in Berlin-Kreuzberg mit einer Jahresproduktion von etwa 1.200 Instrumenten. Niederlassungen in London, Paris und St. Petersburg machten den Namen Bechstein weltweit bekannt.
Auch privat war Berlin und später Erkner sein Lebensmittelpunkt. 1856 heiratete er Louise Döring aus Strausberg, das Paar hatte vier Kinder (drei Söhne und eine Tochter). Am Dämeritzsee in Erkner erwarb Bechstein mehrere Grundstücke, die als Sommersitz und Treffpunkt vieler Kunstschaffenden dienten. Er engagierte sich stark für die Gemeinde: 1879 stiftete er ein Harmonium für die Schule, 1893 schenkte er der evangelischen Kirchengemeinde Grundstücke zum Bau der Genezareth-Kirche und stiftete die Orgel und die drei Kirchenglocken. Dafür wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Seine 1889 erbaute Villa dient seit 1938 als Rathaus von Erkner.
Als Carl Bechstein am 6. März 1900 starb, beschäftigte seine Firma rund 600 Angestellte. In etwa 45 Jahren waren bereits rund 50.000 Flügel und Klaviere ausgeliefert worden – Instrumente, die bis heute für höchste Qualität und Klangkultur stehen.
Carl Bechstein – ein Name, der Musikgeschichte schrieb – und in Erkner Spuren hinterließ.


Heimatfest 2025
Geboten wurde zum 31. Heimatfest Ende Mai wieder eine launige Mischung aus Tradition, welches das Heimatfest zum Heimatfest ausmacht, sowie poppiger Musik. Da gab es Swingmusik zur Eröffnung, spanischen Flamenco und ungarische Weisen, bis die 80er Jahre Party am Freitagabend begann. Mit Blasmusik ging es am Samstag zum Frühschoppen weiter, bis die Samba Kids kamen. Voller Power lockten sie das Publikum nach der Anlandung von Fischer Hans mittels eines kleinen Festumzugs in Richtung Bühne. Auch während des Heimatprogramms wirbelten die Samba Kids auf ihren Trommeln voller Spielfreude. Reichlich Gelegenheit zum Mitsingen, Mitsummen und Mittanzen gab es während der Schlagernacht am Samstagabend.
Mit ihrer Technik begeisterte die Freiwillige Feuerwehr Erkner am Samstag das Publikum. Eine lange Schlange bildete sich an den Fahrzeugen der Wehr. Einfach mal anschauen, in den Fahrzeugen sitzen dürfen, mit der Spritzpistole genau zielen oder gar mit der Drehleiter in die Höhe fahren – dies war nicht nur etwas für die Jungs. Auch die Mädchen waren mutig, setzten sich den Helm auf und ab ging es in die Höhe.
Nieselwetter und kühlere Temperaturen sind für die Erkneranerinnen und Erkneraner kein Grund, nicht auf das Heimatfest zu gehen. Gab es am sonnigen Samstag einen regelrechten Besucheransturm, zog man sich einen Tag später Friesennerz und einen dickeren Pullover an und ging trotzdem zum Fest. Geschätzte 150 Besuchende kamen zum Open-Air-Gottesdienst am Sonntagvormittag. Das Kinderprogramm zog viele kleine Festbesucher an, die von Max und Tini gefesselt waren und zum Schluss gemeinsam mit auf die Bühne durften. Immer ein Höhepunkt ist die Auswertung des Mal- und Zeichenwettbewerbs und der Auftritt der Ballettschule Balancé. Mit hohem tänzerischem Vermögen, wunderbaren Choreografien und bühnenwirksamen Kostümen begeisterte das Ensemble wieder einmal das Publikum. Etwas mit dem Wetter zu kämpfen hatten die Kunstfreunde Erkner e. V. mit dem Kunstmarkt, der aufgrund der Witterungsverhältnisse am Sonntag fast ausfiel. Das freiwerdende große Zelt wurde sogleich von der Kostümgruppe des Heimatvereins Erkner e. V. für die Historischen Kaffeetafel genutzt.
Heimatfest 2024
Vom 24. bis 26. Mai 2024 feierte Erkner sein 30. Heimatfest. Im Rathauspark wurde den Gästen ein kurzweiliges Festprogramm geboten: Von Big-Band-Sound, Blaskapellen- und Rockkonzert über Ballett-Show und Kinderprogramme bis hin zum ökumenischen Gottesdienst. Höhepunkt am Samstag war das Heimatprogramm mit der traditionellen Anlandung von Fischer Hans und dem anschließenden kleinen Festumzug durch den Rathauspark sowie den Ehrungen der Vereine und Institutionen, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiern.
Der Kunstmarkt der Kunstfreunde Erkner e. V. fand sein Publikum, genauso wie die Historische Kaffeetafel der Kostümgruppe des Heimatvereins Erkner e. V. Die Preisträger:innen des Mal- und Zeichenwettbewerbs der Erkneraner Schulen zum Thema "Natür(l)ich" wurden ausgezeichnet und mehrere Ausstellungen sowie MORUS- und Docemus-Café luden ins Rathaus ein.
Bürgermeister Henryk Pilz bedankt sich auf diesem Wege recht herzlich bei allen Vereinen und Akteuren, die dieses Fest organisiert, gestaltet und mitgetragen haben, sowie bei den Sponsoren, die das Fest finanziell ermöglichten.
Geschichten & Orte 2024

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