Kranzniederlegung zur Ehrung der Opfer vom 8. März 1944
Am Sonntag, den 8. März 2026, wurde anlässlich des vor 82 Jahren stattfindenden Bombenangriffs auf Erkner zunächst auf dem Friedhof und später an der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg, Faschismus und Gewaltherrschaft den Opfern und der Zerstörung dieses für Erkner so dramatischen Tages gedacht. An diesem Tag trafen zwischen 14:29 Uhr und 15:02 Uhr mehrere Spreng- und Brandbomben die Stadt und zerstörten große Teile des Zentrums. Nach einigen einleitenden Worten verlas Dr. Lutz Müller, Mitglied im Heimatverein Erkner e. V., einen Zeitzeugenbericht von Anny Höhne, Jahrgang 1922, die zur Zeit des Bombenangriffs gerade ihre Schicht in den Kugellagerwerken in der Berliner Straße beendet hatte. Nachdem sie Schutz im unterirdischen Bereich der Fertigungshallen finden konnte, führte sie ihr Heimweg durch die zerstörte Friedrichsstraße vorbei an Toten und Trümmerteilen in die Lange Straße 2, wo sie ihre Mutter und ihr Kind wohlbehalten in die Arme schließen konnte.
Andere hatten nicht so viel Glück. Insgesamt ließen an diesem 8. März 1944 mehr als 230 Menschen ihr Leben. Henryk Pilz, Bürgermeister der Stadt Erkner, gedachte in seiner Rede an der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg, Faschismus und Gewaltherrschaft „der Opfer, der Hinterbliebenen und all jener, die in den Tagen und Jahren danach die Kraft fanden, unsere Stadt wieder aufzubauen“. Er betonte, dass es gerade in der heutigen Zeit gilt, sich seiner eigenen Verantwortung bewusst zu sein und den Frieden zu schützen, durch Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt. Die Geschichte der Stadt „mahnt uns, jeder Form von Extremismus, Hass und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten.“, so Pilz weiter.
Carsten Schwarz, Pfarrer der evangelischen Genezareth-Kirche, lud die Anwesenden auf dem Friedhof zum gemeinsamen Nagelkreuzgebet ein. An der Gedenkstätte verlas er zusammen mit Niklas Netzel, Mitglied im katholischen Gemeinderat, das ökumenische Friedensgebet. Mit der Niederlegung der Kränze, Blumen und Gestecke und einer Schweigeminute endete das stille Gedenken.

